Nachhaltigkeit

Wie wollen wir wachsen?

Weltweit steigen die Gästezahlen. Das veränderte Reiseverhalten und die wachsende Bedeutung der Lebensqualität in westlichen Metropolen führen zu neuen Herausforderungen. Hamburg will den Tourismus daher ganzheitlich und qualitätsorientiert weiterentwickeln. Was heißt das genau?
FOTO — Catrin-Anja Eichinger TEXT — Karolin Köcher PRODUKTION — Ulrike Fischer 

Grüne Wiese vor Neubau?

Nein, es ist das begrünte Dach des Geräteschuppens vom Wälderhaus im Wilhelmsburger Inselpark. Auch das Dach des Hauses ist begrünt und dient zur Zurückhaltung und Nutzung des Regenwassers und der Verbesserung des Mikroklimas. Für Tagungs- und Seminargäste bedeutet der Einsatz von regenerativen Energien ein CO2-neutrales und damit nachhaltiges Tagen in Hamburg
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ie weltweit wachsende Bedeutung der Tourismusbranche und die damit einhergehenden Effekte für Wertschöpfung und Beschäftigung sind unstrittig. Nach Angaben der Welttourismusorganisation (UNWTO) hat die Branche weltweit direkt und indirekt einen Anteil von fast zehn Prozent am Bruttoinlandsprodukt und stellt rund neun Prozent der Arbeitsplätze - Tendenz stark steigend. Der Städtetourismus ist und bleibt auch in Zukunft ein Segment, dass die vielfältigen Bedürfnisse abbildet und daher das dynamische Wachstum befeuert. Von dieser Entwicklung profitiert auch Hamburg. UNWTO-Generalsekretär Taleb Rifai blickt differenzierter aus die Branche, er sieht nicht nur die ökonomische Relevanz: "Wir müssen enger zusammenarbeiten, damit der Tourismus mehr zum Wirtschaftswachstum, zur sozialen Eingliederung, zum Schutz von Kultur und Umwelt und gerade in diesen Zeiten von Respekt- und Toleranzmangel auch zum gegenseitigen Verständnis beiträgt". Dieser Satz macht nachdenklich. Und er passt zur aktuellen Berichterstattung, in der über die negativen Entwicklungen in Amsterdam, Barcelona oder Venedig berichtet wird. Metropolen, in denen viele Bewohner die steigenden Gästezahlen als Problem sehen. Und in Hamburg?

Um die Entwicklung hier im Blick zu behalten, führt die Hamburg Tourismus GmbH regelmäßig Bürgerbefragungen durch. Acht Prozent fühlen sich derzeit von Besuchern gestört, so die HHT, das sei vergleichsweise wenig.

Dennoch gilt es, das angestrebte Wachstum mit den Ansprüchen der Einwohner im Einklang zu halten. Die Themen Qualität und Nachhaltigkeit spielen dabei eine zentrale Rolle.

Erleuchtung garantiertDas multifunktionale Wälderhaus mit dem „Hotel Raphael“, dem Restaurant „Wilhelms“ sowie den Tagungsräumen und der permanenten Ausstellung „Science Center Wald“ ist fast ausschließlich aus Holz gebaut und wird CO2-neutral betrieben
Erleuchtung garantiert
Das multifunktionale Wälderhaus mit dem „Hotel Raphael“, dem Restaurant „Wilhelms“ sowie den Tagungsräumen und der permanenten Ausstellung „Science Center Wald“ ist fast ausschließlich aus Holz gebaut und wird CO2-neutral betrieben

»Nachhaltigkeit ‚bedeutet‘ für uns eine ganzheitliche und qualitätsorientierte Tourismusentwicklung«

Michael Otremba, Hamburg Tourismus
„Wir haben in Hamburg nicht zu viele Gäste. Und mit der obersten Prämisse, die Lebensqualität für Besucher und Bewohner weiter zu steigern, wollen wir für weiteres Wachstum sorgen“, so Tourismuschef Michael Otremba. „Nachhaltigkeit heißt für uns eine ganzheitliche und qualitätsorientierte Tourismusentwicklung.“ Wir haben uns umgeschaut und umgehört auf der Suche nach Beispielen. Wo ist Hamburg bereits nachhaltig aufgestellt, was ist geplant, und wo ist noch Luft nach oben?

Das Thema ist komplex

Hamburg ist dabei, Maßnahmen auf verschiedenen Ebenen auf den Weg zu bringen. So sollen unter anderem verstärkt attraktive Angebote in Stadtteilen außerhalb der Innenstadt geschaffen werden, barrierefreie Angebote werden ausgebaut, und die Möglichkeiten der Digitalisierung werden genutzt, um zum Beispiel Besuchszeiten besser zu koordinieren. Das Ziel: Insgesamt zukunftsorientiert und nachhaltig soll er sein der Tourismus – ökologisch, ökonomisch und sozial.

Die soziale Dimension

Von den drei Säulen der Nachhaltigkeit ist für Städtereiseziele der soziale Aspekt von besonderer Bedeutung. Denn die Herausforderung in den Metropolen, in denen die Gästezahlen wachsen und nach den Prognosen der Welttourismusorganisation auch weiterwachsen werden, heißt heute vor allem: die Zustimmung der Bürger sichern. Verhältnisse wie in den genannten Metropolen, wo Bewohner die vielen Touristen am liebsten ganz aus den Innenstädten verbannen würden, kann keiner wollen, und dann wird Akzeptanz zum neuen Erfolgskriterium und entsprechende Umfragewerte zu Zahlen, die alles überstrahlen.

Ein entspannter Ort für alleDie neue „Hobenköök“ (Hafenküche) im Oberhafenquartier ist bestes Beispiel dafür, wie sich Anwohner, Geschäftsleute und Touristen arrangieren. Ob beim Genuss regionaler Speisen oder beim Einkauf im integrierten Bio-Markt – man sieht sich! Betreiber Thomas Sampl und Team haben dem Oberhafenquartier damit eine tolle Attraktion verschafft
Ein entspannter Ort für alle
Die neue „Hobenköök“ (Hafenküche) im Oberhafenquartier ist bestes Beispiel dafür, wie sich Anwohner, Geschäftsleute und Touristen arrangieren. Ob beim Genuss regionaler Speisen oder beim Einkauf im integrierten Bio-Markt – man sieht sich! Betreiber Thomas Sampl und Team haben dem Oberhafenquartier damit eine tolle Attraktion verschafft

Verschärfend kommt hinzu, dass weltweit die Anzahl der über Plattformen wie Airbnb angebotenen privaten Wohnungen zunimmt, was neben neuen persönlichen Kontakten eben auch das Gefühl von Verdrängung bei den Einwohnern auslösen kann. Die HHT dazu: „Auf Airbnb entfallen nach eigenen Angaben etwa vier Prozent der gesamten Ankünfte von 6,7 Millionen. Ob die Angaben stimmen, kann derzeit niemand überprüfen, denn sie halten ihre Daten unter Verschluss.“

Der Hamburger Senat wird die Regeln für Vermietungen über Plattformen wie Airbnb ab 2019 deutlich verschärfen. Zukünftig soll es nur noch 60 Tage im Jahr legal sein, die eigene Wohnung zu vermieten. Zudem solle strenger kontrolliert werden, es drohen Strafen in Höhe von bis zu einer halben Million Euro.

Die Bürger als Zielgruppe und Multiplikatoren

Klare Regeln zu definieren und damit Einfluss auf das Zusammenspiel und das Verhalten von Bewohner und Bürger zu nehmen scheint notwendig. Aber warum nicht auch die Perspektive verändern und den Hamburger für das eigene Produkt zu begeistern, sofern es entsprechende Angebote gibt. Die eigenen Services auch auf die Zielgruppe der Bewohner auszurichten bietet Potenziale, wirtschaftlich und für ein gutes Miteinander. Warum nicht den Hamburgern auch mal vergünstigte Angebote in der Hotelbar oder den Kultureinrichtungen bieten? Die meisten Hamburger, so die naheliegende Vermutung, haben ihre schönen Gästehäuser ja noch nie von innen gesehen. Warum also nicht mal zum Vorzugspreis in einem schicken Hamburger Hotel übernachten? Das „25hours“ setzt mit seinem Nachbarschafts- Concierge-Angebot noch einen drauf: Anwohner können dort ihre Wäsche abgeben, Brötchenservice, einen Yogalehrer, Privatkoch oder Handwerker bestellen.

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Weniger ist mehr
Ein Aspekt der Nachhaltigkeit: Ressourcen schonen! Läden wie Stückgut und Unverpackt machen es vor. Nicht nur ein Picknick wird so müllfrei, auch Großevents könnten davon profitieren. Gut zu wissen: Neuerdings kann man auch in der Bar „20up“ seinen Cocktail aus bruchfesten Glashalmen schlürfen
   
Angebote für Hamburger festigen die Beziehung zur Tourismusbranche

Fragen wir uns doch mal selbst ...

Das neue Hotel „Pier Drei“ will gleich „gemeinsamer Lebensraum“ sein und erklärt sich zum „Wohnzimmer für die Hamburger und zum Gästezimmer für die Besucher“. Anwohner bekommen Rabatt in Restaurant und Bar oder können im Dachgarten Kräuter und Gemüse anpflanzen. Das Konzept wird gemeinsam mit den Brüdern Braun vom Miniatur Wunderland, dem Hotelier Kai Hollmann und Norbert Aust umgesetzt. „Wir müssen neue Angebote schaffen“, so Aust.

Vor allem aber müsse sich bei dem Thema Nachhaltigkeit jeder erst einmal selbst die Frage stellen: „Was kann ich tun, damit es mir, meiner Umwelt und auch anderen Menschen gut geht?“ Soziale Verantwortung übernehmen, für sich selbst, unsere Stadt und unsere Gäste. „Das kommt in vielen kleinen Dingen und in einer Grundhaltung zum Ausdruck, und dieses positive Lebensgefühl spüren auch die Besucher“, so Aust weiter.

Handeln statt Reden

Wenn die Brüder Braun vom Miniatur Wunderland ihr frisch gedrucktes Buch nicht übers Internet, sondern über kleine Buchhändler verkaufen oder Bedürftigen schon mal ohne Ticket den Zugang ermöglichen, dann kommt das authentisch rüber. Oder wenn das „Scandic“ seine Mitarbeiter in Rollstühle setzt, damit sie sich besser auf die Bedürfnisse von Gästen mit Rollis einstellen können, dann ist soziale Nachhaltigkeit im Spiel. Und wenn „Prizeotel“-Chef Marco Nussbaum das Gehalt für seine Azubis verdoppelt, geht das in die gleiche Richtung.


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„N“ in der Kreuzfahrt
Nachhaltigkeit ist auch ein großes Thema in der Hamburger Kreuzfahrt. Abgesehen von der Landstromanlage in Altona, mit der Hamburg europaweiter Vorreiter ist, und der landseitigen Versorgung mit LNG durch Trucks am Terminal Steinwerder, belohnt Hamburg umweltfreundliche Schiffe durch Rabatte beim Hafengeld. Hierdurch sollen Reedereien zusätzliche Anreize erhalten, in grüne Technologien zu investieren. Einen weiteren Schlüssel für eine nachhaltige Entwicklung sehen die Akteure der Hansestadt im Austausch mit anderen Häfen und mit Reedern auf internationaler Ebene.
  
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Tipp von Prof. Dr. Harald Zeiss, Vorstandsvorsitzender von Futouris, Verein zur Förderung eines nachhaltigen Tourismus e. V.:

„Benennen Sie in Ihrem Unternehmen jemanden, der für Themen wie Ressourcenschutz die Entscheidungen trifft. Darin liegt ein gewaltiger Hebel – für Einsparungen, aber auch zur Profilierung gegenüber der Konkurrenz.“

Die ökonomische und ökologische Dimension

Nicht zu vergessen: Nachhaltigkeit sollte auch möglichst wirtschaftlich sein. Als Ilona Jarabek begann, ihren Sparplan umzusetzen, ahnte sie noch nicht, was sie damit auslösen würde. Die Geschäftsführerin der Musik- und Kongresshalle Lübeck hatte einen Blick auf die Stromrechnung geworfen. Überrascht stellte sie fest: Nicht am Abend, wenn Tausende von Gästen die Veranstaltungen besuchen, war der Verbrauch am größten, sondern frühmorgens.

Dann fegte die Reinigungsfirma durch das Gebäude, knipste überall gleichzeitig das Licht an. Mit den 86 Heizkörpern war es ähnlich. „Die werden schnell aufgedreht, ob das nun nötig ist oder nicht“, so Jarabek. Heute verkündet sie stolz: „Wir konnten durch Sensibilisierung, Mitarbeiterschulung und dem bewussten Umgang mit den Ressourcen seit 2007 mehr als zwei Millionen Euro einsparen.“ Das Beste aber: Die Mitarbeiter machen begeistert mit und finden das inzwischen richtig cool.“ Nur ein Beispiel von vielen.

Nachhaltig unterwegsSchon jetzt kann man erleben, wie sich Hamburg verändert hat, seit die ersten Velorouten eingeführt wurden. Das Angebot wird von Einheimischen, aber auch von Touristen genutzt
Nachhaltig unterwegs
Schon jetzt kann man erleben, wie sich Hamburg verändert hat, seit die ersten Velorouten eingeführt wurden. Das Angebot wird von Einheimischen, aber auch von Touristen genutzt

Neue Destination Management-Abteilung

Der HHT ist das Thema so wichtig, dass sie dafür eine neue Destination Management-Abteilung geschaffen hat. Ein Team von fünf Mitarbeiterinnen treibt das Thema qualitätsorientierte Tourismusentwicklung voran: Katharina Klanck (Leitung), Cynthia Wester, Sabine Frykmer, Claudia Wihlfahrt und Antje Forytta kümmern sich zukünftig um Projekte mit dem Ziel, eine nachhaltige und qualitätsorientierte Tourismusentwicklung aktiv zu gestalten.

„Wir wollen Touristen und Einheimischen zeigen, wo sie nachhaltige Angebote in Hamburg finden. Und den touristischen Betrieben wollen wir Hilfestellungen geben, um sich nachhaltiger aufzustellen und die Akteure im Tourismus stärker untereinander vernetzen“, erläutert Katharina Klanck: „Neben Nachhaltigkeit stehen bei uns in der Abteilung das Erlebnis des Gastes vor Ort in Stadtteilen und Bezirken, barrierefreie Angebote und die Qualifizierung der Leistungsträger im Fokus. Dabei sind wir im engen Austausch mit dem Tourismusverband, dem DEHOGA, der Handelskammer und den touristischen Leistungsträgern.“ Gerade arbeitet das Team an einem neuen Nachhaltigkeits-Guide. Auch der Tourismustag fokussiert auf das Thema.

Eher Marathon als Sprint

Thema erkannt – doch mehr Fragen als Lösungen. So wie dem Team vom Chocoversum mag es vielen Touristikern in Hamburg gehen. Als „schwierig“ beschreibt Sprecherin Ulrike Albrecht die Situation. Erst kürzlich hatten sich alle SchoKollegen einen Tag lang mit dem Thema Nachhaltigkeit befasst. Aber „wir sind weit davon entfernt, uns das Thema breit auf die Fahnen zu schreiben“, so Albrecht. Die Herausforderungen liegen oft im Kleinen – zum Beispiel bei Plastiklöffeln in der Ausstellung. Immer mehr Anfragen in diese Richtung kommen von den Gästen. „Bei unserem Produkt nicht ganz einfach.“ Trotzdem führe an dem Thema kein Weg vorbei. „Das wird eher ein Langstreckenlauf als ein Sprint.“


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Hamburg kann nachhaltig – ein Streifzug

HobenKöök Oberhafen
Hobenköök ist der neue kulinarische Ort im Hamburger Oberhafen, an dem in einem einzigartigen Zusammenspiel aus Restaurant, Markthalle und Catering zumeist regionale und saisonale Lebensmittel angeboten und zu überraschenden, natürlich leckeren norddeutschen Speisen zubereitet werden.    
— 
hobenköök.de


Stückgut
Müllvermeidung so umfassend wie möglich: Nach diesem Prinzip funktioniert Hamburgs erster Unverpackt-Laden in Ottensen und in der Rindermarkthalle. Zu kaufen gibt es beste Bioware von regionalen Lieferanten. Pure Qualität ohne überflüssige Verpackungen oder, wie die Betreiber sagen: „Gute Ware statt Gedöns“.
— 
stueckgut-hamburg.de


Wasser auf die Mühlen
Zahlreiche Initiativen blicken über die Stadtgrenzen Hamburgs hinaus, beispielsweise Viva con Agua de Sankt Pauli e.V. Das Team bringt vielfältige Aktionen und Projekte auf den Weg, zum Beispiel die Art Rooms im Hotel Scandic Hamburg Emporio. Dahinter steckt das Ziel, allen Menschen Zugang zu sauberem Trinkwasser zu ermöglichen. Wasser trinken und etwas Gutes tun – wer macht mit?

Wilhelmsburg:
In vielerlei Hinsicht ein Vorbild für Nachhaltigkeit. Zum Beispiel das Wälderhaus von der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald oder der Energiebunker – anlässlich der Internationalen Bauausstellung IBA wurde er in ein Kraftwerk für sauberen Strom verwandelt. Auch in Wilhelmsburg: die Stadtfarm Minitopia. Hier wird gezeigt, dass Selbstversorgung mit kleinstem Energieaufwand auch in der Stadt möglich ist.

Gut Karlshöhe/Bramfeld
Auf knapp zehn Hektar stadtnaher Natur werden alle Facetten der Nachhaltigkeit als „Lebensart“ ganz praktisch umgesetzt. Auch im Angebot: Kurse zu Upcycling, Repair Cafés, Kräuterkurse und Umwelttechnik.

Voneinander lernen

Die Musik- und Kongresshalle Lübeck nimmt an Zertifizierungsverfahren wie Green Globe und ÖkoProfit teil. „Die Zertifizierungen helfen, sich auf bestimmte Aspekte zu fokussieren, denn wo fängt man in einem so großen Haus an?“, sagt MuK-Chefin Ilona Jarabek. Geholfen habe ihr, sich viel mit anderen auszutauschen. „Gerade wenn es nicht die eigene Branche ist. Man kann unheimlich viel voneinander lernen und auch mit einfachen Dingen viel bewirken.“

Nie fertig: Nachhaltigkeit als Prozess begreifen

Nachhaltigkeit ist die Chance im Tourismus, das schaffen wir aber nicht allein, und es braucht eigentlich eine politische Grundsatzentscheidung der Stadt“, resümiert Norbert Aust. „Wir wissen, dass wir es noch nicht sind, aber wir müssen daran arbeiten. Nicht weil es schick ist, sondern weil dieses damit verbundene Lebensgefühl unser USP ist.“

Nachhaltigkeit ist kein Zustand, sondern ein Weg, ein Prozess. Nichts, womit man irgendwann einmal fertig ist. Darin sind sich alle Akteure einig. Unstrittig auch, dass es bei allen Beteiligten ein Umdenken voraussetzt und das Bewusstsein, dass sich Erfolg nicht mehr länger ausschließlich in Besucherzahlen messen lässt. Obwohl oder gerade weil Hamburg wohl in diesem Jahr die 14-Millionen-Grenze knackt. Michael Otremba: „Gerade wegen dieses Erfolgs stehen die Anbieter in der Verantwortung: Sie sollten dazu beitragen, das, was sie anbieten, zu schützen – sonst nehmen sie sich selbst die Zukunft.“ So könnte Nachhaltigkeit in seinen diversen ganzheitlichen Dimensionen und Einzelentscheidungen – sei es als Stromsparmaßnahme, Zero-Waste-Beachbar oder umweltfreundliches Verkehrskonzept – vielleicht die Basis sein für einen zukunftsorientierten Tourismus.

»Nachhaltigkeit – das sind Tausende von kleinen Einzelentscheidungen, begleitet von der Konsequenz des Handelns«

Norbert Aust, Vorstand Tourismusverband
Ausflüge mit gutem GewissenRadtouren und Sightseeing per Rad werden bei Touristen immer beliebter. Ob „Hamburg Auskenner“ oder „Hamburg City Cycles“ – das touristische Angebot bietet für jeden die passende Tour
Ausflüge mit gutem Gewissen
Radtouren und Sightseeing per Rad werden bei Touristen immer beliebter. Ob „Hamburg Auskenner“ oder „Hamburg City Cycles“ – das touristische Angebot bietet für jeden die passende Tour

FOTOS — Catrin-Anja Eichinger, Futouris
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